Stell dir vor: Du bist im offenen Vollzug in Herzebrock-Clarholz – bei mir so um 2023, 2024 rum – und eigentlich läuft alles seinen Gang. Bis dieser eine Moment kommt: die unangekündigte Urinkontrolle (UK).
Das Timing dafür ist jedesmal legendär – im schlechtesten Sinne. Entweder wirst du genau in dem Moment ausgerufen, in dem du gerade entspannt vom Klo kommst, oder wenn du nach der Arbeit wieder im Vollzug einfährst. Sobald eine neue Lockerungsstufe ansteht oder den Beamten danach ist, heißt es: Wasser lassen.
Dann wirst du in den Bunker geführt. Dort stehst du dann mit einem Plastikbecher, während der Beamte neben dir rum steht. Der schaut dir ab und zu auf dein Geschlechtsteil, genervt und ungeduldig, weil auf Ansage natürlich gar nichts läuft. Eine absolut unangenehme und schickanöse. Angelegenheit, bei der man das Gefühl nicht loswird, dass die Beamten ihre helle Freude an deinem Unwohlsein haben.
Wenn es zu lange dauert, wirst du einfach im Bunker eingesperrt, bis sich was tut. In der Abwesenheit des beamten das becherchen voll zu machen geht aber nicht. Sobald du kannst, musst du erst brav klingeln, damit der Beamte auch ja rechtzeitig danebensteht und dir beim Wasserlassen zuschaut.
So was musste ich mindestens vier mal während der drei jahre dort über mich ergehen lassen. Echt stressig.
UK unter Beobachtung.
-
Heisenberg
- Beiträge: 7
- Registriert: So Jul 26, 2026 6:47 pm
UK unter Beobachtung.
Vier Jahre wegen Grashandels bekommen. 6 Monate U-Haft in Münster, dann im offenen Vollzug in Herzebrock-Clarholz. Wegen guter Führung nach 3 Jahren raus.